Donnerstag, 22.08.2019 und Samstag, 24.08.2019
Kälte - Studie zur Empfind­sam­keit

Hitze Kälte Apparate Jenny Brockmann


In ihren oft durch die Beteiligung der Besucher*innen sich entfaltenden Installationen greift Jenny Brockmann auf Apparate und Methoden zurück, wie sie in der naturwissenschaftlichen Forschung Anwendung finden. Mit »Kälte - Studie zur Empfindsamkeit« entwickelt die Künstlerin einen sinnlichen Erfahrungsraum für jeweils eine Person. Der Raum lädt dazu ein, sich der eigenen Empfindsamkeit und Empfindlichkeit für die Prozesse der Kälte (und Hitze) anzunähern, aber auch dazu, die psychologischen Wirkungen der Kälte zu reflektieren. Denn Kälte ist nicht allein ein meteorologisches Phänomen des Wetters, Kälte beschreibt auch einen gesellschaftlichen Zustand des Abgewendetseins, der unser Zusammenleben zunehmend herausfordert. Mit dieser Arbeit führt Jenny Brockmann ihr beim Kunstfest 2018 begonnenes Projekt zum Wirken von Gertrud Grunow fort, die am frühen Bauhaus in Weimar Zuwendung, Harmonisierung, Balance und Gleichgewicht zum Unterrichtsgegenstand machte. Mit ihrem Projekt platziert Jenny Brockmann das Bauhaus in der Mitte der aktuellen gesellschaftlichen Diskurse zum Klimawandel, die nicht von der Idee möglichst harmonischen Zusammenlebens zu trennen sind, und schlägt dafür eine Schulung unserer eigenen Empfindsamkeit vor. Der Mensch und seine technischen Umgebungen sind unentwirrbar miteinander verflochten, oft verschmelzen sie sogar. Immer mehr technische Apparate und Systeme interagieren mit uns. Seit dem Bauhaus ist es nicht leichter geworden, die Frage zu beantworten, was Natur ist. Deuteten sich in den 1920er Jahren die heute unauflösbaren Verbindungspunkte von Mensch und Technik eher ästhetisch-visionär erst an, so wird uns im Zeitalter der Digitalisierung nun vollständig bewusst, wie eng Mensch und Technik miteinander verbunden und durch nichts mehr zu trennen sind. Alles ist Gestaltung. Was aber ist dann Natur?
Hitze Kälte Apparate
Das Projekt »Hitze Kälte Apparate. Versuche am Gleichgewicht« beschäftigt sich seit 2018 in Ausstellungen, Publikationen und Gesprächsveranstaltungen mit dem historischen Bauhaus in Weimar und dessen Wirkungen auf die Kunst und Kultur der Gegenwart. In diesem Jahr haben die Kurator*innen vier international bekannte Künstler*innen bzw. Künstlerkollektive eingeladen sich mit der Verunsicherung, aber auch den Potenzialen zwischen Menschsein und technischem Sein zu beschäftigen. Und damit auch mit den kulturellen und geistigen Temperaturen und dem Begriff der Natur am Bauhaus. Während 2018 das Motiv von Hitze und Kälte auf die Auseinandersetzung am frühen Bauhaus bezogen wurde, auf Farbe und Farblehren, auf Formwerdung und Formgebung, auf Gleich- und Ungleichgewichte in ästhetischen und gesellschaftlichen Facetten, so sollen in diesem Jahr mit den Begriffen Hitze und Kälte Naturverständnisse am Bauhaus betrachtet werden.

In drei aufeinanderfolgenden Kurzzeit-Ausstellungen und einer durchgängigen Videoinstallation sowie durch Gesprächsveranstaltungen und eine Publikation wird gefragt: Wie kommen wir mit dem Bauhaus dem Phänomen auf die Schliche, das wir Natur nennen? Was ist Natur angesichts der scheinbaren Überlegenheit und Verfügbarkeit technischer Systeme?

Zutritt alle 20 min für jeweils eine Person
Kostenlose Zeitkarten sind am Meyer-Pavillon erhältlich.
täglich von 10:00-17:00 geöffnet

21.8. 19:30 Vernissage
24.8. 16:00 Künstlergespräch

Hitze-Kälte-Gespräche
So 25.8. 16:00
Sa 31.8. 16:00
So 1.9. 16:00

Öffnungszeiten:

Sa, 24.08.2019 10:00  |  Apple |  Google |  .ics Download

Theater, Oper, Konzerte        Website

Kälte - Studie zur Empfind­sam­keit

Vorverkauf:

Tel. 03643/745 745, 03643/755 334

Veranstaltungsort:
Park an der Ilm

99423 Weimar

Veranstalter:
Kunstfest Weimar
Windischenstraße 10
99423 Weimar
03643/755 291

Weimarer Sommer
21.06.2019 - 07.09.2019

Kunstfest Weimar
21.08.2019 - 07.09.2019