Dienstag, 03.09.2019
Stummfilm­festival

Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)


Der gebürtige Wiener Joe May gilt als einer der produktivsten und anregendsten Filmpioniere des Weimarer Kinos. Er war Regisseur, Autor, Produzent, Atelierbetreiber und ein ausgefuchster Werbestratege. In seinem Atelier in Berlin-Weißensee drehte er mit seiner Gattin und Diva Mia May für 750.000 Mark den ersten Monumentalfilm der deutschen Filmgeschichte: Veritas Vincit. Ein pompös ausgestatteter Episodenfilm, der drei Zeitalter (antikes Rom, Mittelalter und Gegenwart) über das Leitmotiv der Seelenwanderung verbindet und mit den eindrucksvollen Bauten und Kulissen von Paul Leni - etwa der authentischen Rekonstruktion des Circus Maximus auf dem Terrain der Weißenseer Rennbahn - das Verlangen nach immer größeren, immer teureren Sensationen bediente. Flieger warfen drei Tage vor der Uraufführung Hunderttausende von Flugblättern auf die Hauptstadt, an allen Litfaßsäulen prangten die Riesenplakate. Der Kritiker Willy Haas nennt Joe May den »König der Supermonumentalfilme«.

Veritas Vincit erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt 20 Vorführungen in den Reform Licht-Spielen (25.04. - 04.05.1919).

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.
Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:


26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 15:00
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

Richard Siedhoff

Pianist und Komponist Richard Siedhoff gilt als einer der gefragtesten Nachwuchstalente auf seinem Gebiet. Seit 2008 hat er mehr als 300 Stummfilme am Klavier begleitet, gastiert regelmäßig auf internationalen Festivals, ist auf zahlreichen DVD-Einspielungen vertreten und hat einige Orchesterpartituren für Stummfilme geschrieben.



Mykyta Sierov Mykyta Sierov wurde in Kiew (Ukraine) geboren. Er studierte klassische Oboe an der Musikakademie in Kiew an die Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar. Als freischaffender Solist und Orchestermusiker ist er begehrter Oboist in diversen Kammermusikensembles. Dabei spielt er nicht nur klassische Musik, sondern auch Jazz, Pop und eigene Kompositionen sowie Musik zu Stummfilmen mit anderen Partnern. Als Solist gibt er zahlreiche Konzerte in Deutschland und im Ausland.

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Karten: 10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: 151 min

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Öffnungszeiten:

Di, 03.09.2019 19:45  |  Apple |  Google |  .ics Download

Theater, Oper, Konzerte        Website

Stummfilm­festival

Vorverkauf:

Tel. 03643/745 745, 03643/755 334

Veranstaltungsort:
Lichthauskino Straßenbahndepot / e-werk
Am Kirschberg 4
99423 Weimar

Veranstalter:
Kunstfest Weimar
Windischenstraße 10
99423 Weimar
03643/755 291

Kunstfest Weimar
21.08.2019 - 07.09.2019

Weimarer Sommer
21.06.2019 - 07.09.2019